DATEVSteuerberaterExport

DATEV-Schnittstelle: Daten einfach an den Steuerberater übertragen

Die DATEV-Schnittstelle ist die wichtigste Verbindung zwischen Ihrem Rechnungsprogramm und Ihrem Steuerberater. Erfahren Sie, wie Sie mit wenigen Klicks alle Buchungsdaten als DATEV-Buchungsstapel exportieren und Ihrem Berater digital übergeben.

7 Min. Lesezeit

Was ist die DATEV-Schnittstelle?

DATEV ist die Standard-Software, die über 40.000 Steuerberater-Kanzleien in Deutschland verwenden. Die DATEV-Schnittstelle ermöglicht es, Ihre Buchungsdaten in einem standardisierten Format zu exportieren, das Ihr Steuerberater direkt in seine Software importieren kann – ohne manuelles Abtippen.

Meine Faktura Cloud erzeugt einen DATEV-Buchungsstapel im CSV-Format (Windows-1252-Codierung, Semikolon-Trenner), der alle relevanten Buchungsinformationen enthält:

  • Ausgangsrechnungen – alle Rechnungen, die Sie an Kunden gestellt haben
  • Eingangsrechnungen – alle Rechnungen, die Sie von Lieferanten erhalten haben
  • Steueraufschlüsselung – 19 %, 7 %, 0 %, Reverse Charge, Differenzbesteuerung
  • Kontenzuordnung – Debitoren-/Kreditoren-Konten, Erlös-/Aufwandskonten, BU-Schlüssel

Für wen lohnt sich die DATEV-Schnittstelle?

Grundsätzlich profitiert jeder Unternehmer, der mit einem Steuerberater zusammenarbeitet. Besonders sinnvoll ist die Schnittstelle für:

Selbständige & Freelancer

Monatliche oder quartalsweise Übergabe der EÜR-Daten an den Berater – ohne Excel-Listen.

Handwerksbetriebe

Viele Einzelrechnungen pro Monat: Der DATEV-Export bündelt alle Buchungen automatisch.

Kfz-Werkstätten & Händler

Differenzbesteuerung (§25a UStG) und gemischte Steuersätze werden korrekt exportiert.

Kleinunternehmer

Auch ohne USt-Ausweis werden alle Buchungen GoBD-konform an den Berater übertragen.

Schritt-für-Schritt: DATEV-Export durchführen

1

Kontenrahmen einstellen

Gehen Sie zu Einstellungen → Buchhaltung und wählen Sie den Kontenrahmen, den Ihr Steuerberater verwendet:

KontenrahmenGeeignet für
SKR03Kleine und mittlere Betriebe (am häufigsten genutzt)
SKR04Betriebe mit bilanzorientierter Buchführung

Tipp: Fragen Sie Ihren Steuerberater vor dem ersten Export, welchen Kontenrahmen er nutzt.

2

Zeitraum wählen

Navigieren Sie zu Buchhaltung und wählen Sie den gewünschten Zeitraum: einzelner Monat, Quartal oder Geschäftsjahr. Die EÜR-Übersicht zeigt Ihnen sofort alle Einnahmen und Ausgaben des Zeitraums.

3

DATEV-Export auslösen

Klicken Sie auf den Button „DATEV-Export". Die App erzeugt eine CSV-Datei im DATEV-Buchungsstapelformat mit:

  • Header-Zeile mit Beraternummer, Mandantennummer und Wirtschaftsjahr
  • Allen Ausgangs- und Eingangsrechnungen des gewählten Zeitraums
  • Automatischer Kontenzuordnung (Erlös-/Aufwandskonten, Debitoren/Kreditoren)
  • BU-Schlüssel für die automatische Verbuchung in der Kanzlei-Software
  • Aufschlüsselung nach Steuersätzen (19 %, 7 %, 0 %, Reverse Charge)
4

Datei an den Steuerberater übergeben

Die heruntergeladene .csv-Datei senden Sie per E-Mail an Ihren Berater oder laden sie in ein gemeinsames Portal (z. B. DATEV Unternehmen online) hoch. Ihr Berater importiert die Datei direkt in sein Kanzlei-Rechnungswesen.

Was enthält die DATEV-Export-Datei?

Der DATEV-Buchungsstapel enthält pro Buchung folgende Informationen:

FeldBeschreibungBeispiel
UmsatzBruttobetrag der Buchung1.190,00
Soll/HabenBuchungsrichtungS
BU-SchlüsselAutomatische Verbuchung3 (19% USt)
GegenkontoErlös-/Aufwandskonto8400 (Erlöse 19%)
BelegdatumRechnungsdatum1507 (15.07.)
Belegfeld 1RechnungsnummerRE-2025-0042
BuchungstextKundenname / BeschreibungMüller GmbH
KontoDebitoren-/Kreditoren-Konto10001

Vorteile gegenüber manueller Übergabe

Manuell (Ordner/Excel)DATEV-Export
ZeitaufwandStunden pro Monat2 Klicks, wenige Sekunden
FehleranfälligkeitHoch (Tippfehler, fehlende Belege)Minimal (automatisch)
Steuersatz-ZuordnungManuell prüfenAutomatisch korrekt
KontenzuordnungSteuerberater muss zuordnenBereits zugeordnet (SKR03/04)
GoBD-KonformitätSchwer nachweisbarAutomatisch gewährleistet
Kosten beim BeraterHöher (mehr Aufwand)Niedriger (Import statt Erfassung)

Praxis-Tipp: Viele Steuerberater berechnen ihre Leistungen nach Zeitaufwand. Ein sauberer DATEV-Export reduziert den Aufwand bei Ihrem Berater – und damit Ihre Steuerberatungskosten.

Ergänzung: EÜR-Export & ELSTER-XML

Neben dem DATEV-Buchungsstapel bietet Meine Faktura weitere Export-Möglichkeiten für Ihren Steuerberater:

EÜR-Export (PDF & CSV)

Die Einnahmenüberschussrechnung als übersichtliches PDF oder tabellarische CSV-Datei – aufgeschlüsselt nach Einnahmen, Ausgaben und Gewinn.

Pfad: Buchhaltung → EÜR → Export

ELSTER-XML

XML-Datei für die elektronische Übermittlung der EÜR über ELSTER. Ihr Berater kann diese direkt in seine ELSTER-Software importieren.

Pfad: Buchhaltung → EÜR-Export → ELSTER-XML

Häufige Fragen zur DATEV-Schnittstelle

Muss mein Steuerberater DATEV verwenden?
Nein. Die CSV-Datei ist im DATEV-Standard formatiert, kann aber auch in andere Buchhaltungssoftware (Lexware, ADDISON, Agenda, Simba) importiert werden. Der DATEV-Buchungsstapel ist ein De-facto-Standard in Deutschland.
Werden Eingangsrechnungen auch exportiert?
Ja. Der DATEV-Export enthält sowohl Ausgangsrechnungen (Erlöse) als auch Eingangsrechnungen (Aufwand/Vorsteuer). Beide werden mit korrekten Konten und BU-Schlüsseln exportiert.
Was passiert mit Storno-Rechnungen?
Storno-Rechnungen werden als Gegenbuchung im DATEV-Export berücksichtigt, sodass der Umsatz korrekt neutralisiert wird.
Kann ich den Export automatisieren?
Aktuell erfolgt der Export manuell per Klick. Sie können den Read-Only-Zugang für Ihren Steuerberater einrichten, damit er den Export selbst jederzeit auslösen kann.
Ist der Export GoBD-konform?
Ja. Alle exportierten Daten stammen aus dem GoBD-konformen Rechnungsarchiv. Festgeschriebene Rechnungen können nicht mehr verändert werden, was die Unveränderlichkeit gemäß GoBD sicherstellt.

Best Practices für den DATEV-Export

  • Monatlich exportieren: Führen Sie den Export am besten zum Monatsende durch. So bleibt die Buchhaltung aktuell und die USt-Voranmeldung wird einfacher.
  • Rechnungen vorher festschreiben: Stellen Sie sicher, dass alle Rechnungen des Zeitraums den Status „gebucht" haben, bevor Sie exportieren.
  • Eingangsrechnungen nicht vergessen: Prüfen und genehmigen Sie alle Eingangsrechnungen vor dem Export, damit die Vorsteuer korrekt berücksichtigt wird.
  • Belegtrennung beachten: Wenn Sie sowohl Regelbesteuerung als auch Differenzbesteuerung nutzen (z. B. Kfz-Händler), wird dies automatisch korrekt im Export abgebildet.

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