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Unternehmensformen im Vergleich: GmbH, UG, GbR, KG, AG & mehr

Welche Rechtsform passt zu Ihnen? Von Einzelunternehmen und GbR über GmbH und UG bis zu KG, OHG und AG – wir erklären Haftung, Gründungsaufwand, Steuern und für wen welche Form geeignet ist.

1. Überblick: Kapital- vs. Personengesellschaft

Das deutsche Handelsrecht unterscheidet grundlegend zwischen zwei Kategorien:

Kapitalgesellschaften

Eigenständige juristische Personen – die Gesellschaft haftet mit ihrem Kapital, nicht die Gesellschafter persönlich.

  • GmbH
  • UG (haftungsbeschränkt)
  • AG

Personengesellschaften

Keine eigene Rechtspersönlichkeit (außer GbR seit 2024 mit Rechtsfähigkeit) – Gesellschafter haften oft persönlich.

  • Einzelunternehmen
  • GbR
  • OHG
  • KG
Wichtig: Die Wahl der Rechtsform hat weitreichende Folgen für Haftung, Steuern, Buchhaltungspflichten und die Aufnahme von Investoren. Im Zweifel sollten Sie einen Steuerberater oder Rechtsanwalt hinzuziehen.

2. Einzelunternehmen & Freiberufler

Das Einzelunternehmen ist die einfachste Form. Mit der Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt sind Sie gestartet – oder, als Freiberufler (Arzt, Rechtsanwalt, Architekt, IT-Berater u.a.), direkt mit der Anmeldung beim Finanzamt.

Vorteile

  • Kein Mindestkapital
  • Sofort einsatzbereit (kein Notar)
  • Kein Handelsregistereintrag (unter Kaufmann-Schwelle)
  • Freiberufler: keine Gewerbesteuer
  • Einfache EÜR genügt (bis bestimmte Grenzen)

Nachteile

  • Unbeschränkte persönliche Haftung (Privatvermögen)
  • Weniger Außenwirkung / Seriosität
  • Schwieriger, Investoren aufzunehmen
  • Ab 600.000 € Umsatz o. 60.000 € Gewinn: Buchführungspflicht

Geeignet für: Freelancer, Solo-Selbständige, Gründer in der Testphase, Freiberufler, Kleinunternehmer.

3. GbR – Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Die GbR entsteht automatisch, wenn mindestens zwei Personen gemeinsam ein Ziel verfolgen – auch ohne schriftlichen Vertrag. Seit dem Personengesellschaftsrechtsmodernisierungsgesetz (MoPeG) 2024 ist die eingetragene GbR (eGbR) rechtsfähig.

Vorteile

  • Kein Mindestkapital, kein Notar
  • Flexible Gewinnverteilung per Vertrag
  • Einfache Gründung auch mündlich möglich

Nachteile

  • Alle Gesellschafter haften unbeschränkt & gesamtschuldnerisch
  • Kein Handelsregister → weniger Vertrauen bei Großkunden
  • Kein klarer Rahmen ohne schriftlichen Gesellschaftsvertrag

Geeignet für: Gründerteams in der Anfangsphase, Freiberufler-Büros (Architekturbüro, Arztpraxis), Zusammenschlüsse ohne großes Haftungsrisiko.

4. OHG – Offene Handelsgesellschaft

Die OHG ist die Handelsform der GbR. Sie wird im Handelsregister eingetragen und betreibt ein Handelsgewerbe. Alle Gesellschafter (sog. Vollhafter) haften unbeschränkt mit Privatvermögen.

Vorteile

  • Kein Mindestkapital
  • Handelsregistereintrag = mehr Seriosität
  • Flexible interne Regelungen per Gesellschaftsvertrag

Nachteile

  • Alle Gesellschafter haften unbeschränkt & persönlich
  • Handelsregistereintrag = doppelte Buchführung Pflicht
  • Gewerbesteuerpflicht

Geeignet für: Traditionelle Handelsunternehmen, Familienbetriebe, wo alle Gesellschafter aktiv tätig und bereit sind, die Haftung zu tragen.

5. KG – Kommanditgesellschaft

Die KG kombiniert zwei Gesellschafter-Rollen: Komplementäre (unbeschränkte Haftung, Geschäftsführung) und Kommanditisten (Haftung nur bis zur Einlage, keine Geschäftsführung). Die populäre GmbH & Co. KG kombiniert KG und GmbH – eine GmbH übernimmt die Komplementär-Rolle, womit keine natürliche Person mehr unbeschränkt haftet.

Vorteile

  • Kommanditisten: Haftung auf Einlage begrenzt
  • Einfache Aufnahme von Kapitalgebern as Kommanditist
  • GmbH & Co. KG: kein persönlicher Vollhafter
  • Steuerlich: Gewinne werden direkt bei Gesellschaftern versteuert

Nachteile

  • Komplementär haftet unbeschränkt
  • Handelsregistereintrag erforderlich
  • Doppelte Buchführung Pflicht
  • Komplexere Verwaltung als Einzelunternehmen/GbR

Geeignet für: Familienunternehmen mit externen Kapitalgebern, Immobiliengesellschaften, mittelständische Betriebe, die Investoren aufnehmen wollen ohne volle Kontrolle abzugeben.

6. UG (haftungsbeschränkt) – Die Mini-GmbH

Die UG ist kein eigenständiger Rechtstyp, sondern eine Gründungserleichterung der GmbH. Das Stammkapital kann 1 Euro betragen – in der Praxis werden mindestens 500–1.000 € empfohlen, um die laufenden Kosten zu decken. Rücklagenpflicht: 25 % des Jahresgewinns müssen zurückgelegt werden, bis das GmbH-Mindeststammkapital (25.000 €) erreicht ist.

1 €
Mindest-Stammkapital
25 %
Pflicht-Rücklage p. a.
25.000 €
Ziel → dann GmbH

Vorteile

  • Haftungsbeschränkung wie GmbH
  • Ab 1 € Stammkapital gründbar
  • Günstiger Einstieg für Startups
  • Kann später zu GmbH umfirmiert werden

Nachteile

  • 25 %-Rücklage schmälert Gewinnausschüttung
  • „UG" im Namen wirkt weniger seriös als „GmbH"
  • Notarkosten für Gesellschaftsvertrag
  • Doppelte Buchführung & Jahresabschluss Pflicht

Geeignet für: Startups, Gründer ohne großes Startkapital, Solo-Selbständige die Haftungsschutz ohne 25.000 € Startkapital möchten.

7. GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die GmbH ist die mit Abstand beliebteste Rechtsform für mittelständische Unternehmen in Deutschland. Sie ist eine juristische Person: Die Gesellschaft selbst schließt Verträge, haftet für Schulden und besitzt Vermögen. Privatvermögen der Gesellschafter ist grundsätzlich geschützt.

25.000 €
Mindest-Stammkapital
15 %
Körperschaftsteuer
1
Gesellschafter genügt

Vorteile

  • Haftungsbeschränkung auf Gesellschaftsvermögen
  • Hohe Seriosität & Außenwirkung
  • Planbare Steuerbelastung (Körperschaft- + Gewerbesteuer)
  • Leicht Investoren / weitere Gesellschafter aufnehmen
  • GmbH-Anteile veräußerbar

Nachteile

  • 25.000 € Mindest-Stammkapital notwendig
  • Notar + Handelsregistereintrag (Kosten ca. 800–1.500 €)
  • Doppelte Buchführung & Jahresabschluss Pflicht
  • Offenlegungspflicht im Bundesanzeiger

Geeignet für: Alle, die langfristig haftungsgeschützt unternehmen wollen, Wachstumsunternehmen, Dienstleister, Händler, Handwerksbetriebe mit Mitarbeitern.

8. AG – Aktiengesellschaft

Die AG ist die komplexeste und kapitalmarktfähigste Rechtsform in Deutschland. Sie eignet sich besonders für börsennotierte Unternehmen oder solche, die durch den Verkauf von Aktien Kapital aufnehmen wollen. Pflichtorgane sind Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung.

Vorteile

  • Kapital durch Aktienausgabe aufnehmen
  • Börsennotierung möglich
  • Haftungsbeschränkung auf Gesellschaftsvermögen
  • Hohes Vertrauen bei internationalen Partnern

Nachteile

  • 50.000 € Mindestgrundkapital
  • Hohe Gründungskosten & Komplexität
  • Extensive Berichts- und Offenlegungspflichten
  • Trennung von Eigentum (Aktionäre) und Leitung (Vorstand)

Geeignet für: Große Unternehmen, Startups mit Börsenplänen, Unternehmen die breites Kapital von vielen Investoren einsammeln möchten.

9. Direktvergleich aller Rechtsformen

RechtsformMindestkapitalHaftungNotar nötig?BuchführungGewerbesteuer
EinzelunternehmenkeinsUnbeschränkt persönlichNeinEÜRJa (außer Freiberufler)
GbRkeinsAlle Gesellschafter unbeschränktNeinEÜRJa
OHGkeinsAlle Gesellschafter unbeschränktNeinDoppelt (HGB)Ja
KGkeinsKomplementär unbeschr., Komm. begrenztNeinDoppelt (HGB)Ja
UG (haftungsb.)ab 1 €Nur GesellschaftsvermögenJaDoppelt (HGB)Ja
GmbH25.000 €Nur GesellschaftsvermögenJaDoppelt (HGB)Ja
AG50.000 €Nur GesellschaftsvermögenJaDoppelt (HGB)Ja

10. Welche Form ist die richtige für mich?

🚀

Ich starte alleine, klein und möchte schnell loslegen.

Einzelunternehmen oder Kleingewerbe

🤝

Ich gründe mit einem Partner / einer Partnerin zusammen.

GbR (mit schriftlichem Gesellschaftsvertrag)

🛡️

Ich will Haftungsschutz, habe aber wenig Startkapital.

UG (haftungsbeschränkt) ab 1 €

🏢

Ich baue ein ernsthaftes Unternehmen mit Mitarbeitern auf.

GmbH (ab 25.000 € Stammkapital)

💼

Ich will externes Kapital / Investoren aufnehmen.

GmbH oder KG (für stille Beteiligung), AG für Börsengang

📋

Ich bin Arzt, Anwalt, Architekt oder IT-Consultant (Freiberufler).

Einzelunternehmen (keine Gewerbesteuer) oder GmbH/UG für Haftungsschutz

Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung. Sprechen Sie mit einem Steuerberater oder Rechtsanwalt, bevor Sie die endgültige Rechtsformwahl treffen.

11. Rechnungsprogramm für jede Unternehmensform

Unabhängig von der gewählten Rechtsform müssen Rechnungen bestimmte Pflichtangaben enthalten (§ 14 UStG). Seit 2025 gilt für B2B-Transaktionen zudem die E-Rechnung-Pflicht. Meine Faktura Cloud ist für alle Unternehmensformen geeignet:

Alle Pflichtangaben automatisch

Name, Steuernummer/USt-ID, laufende Nummer, Leistungsdatum – alles wird automatisch eingefügt.

Kleinunternehmer-Hinweis

Automatischer §19-UStG-Hinweis – korrekt für alle Rechnungen ohne Umsatzsteuerausweis.

E-Rechnung (ZUGFeRD)

Erstellt normkongerechte ZUGFeRD-PDFs und XRechnung-XMLs – Pflicht ab 2025.

DATEV-Export für Steuerberater

CSV-Buchungsstapel im DATEV-Format – für GmbH, UG und alle anderen Rechtsformen.

GoBD-konformes Archiv

Alle Belege unveränderlich gespeichert – für jede Rechtsform Pflicht.

Benutzerrollen & Steuerberater-Zugang

Read-Only-Zugang für Ihren Steuerberater – ideal für GmbH und GbR mit mehreren Gesellschaftern.

12. Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen GmbH und UG?
Die UG ist eine GmbH-Variante mit Stammkapital ab 1 €. Sie muss jährlich 25 % des Gewinns zurücklegen, bis 25.000 € Stammkapital erreicht sind. Die GmbH hat von Anfang an mehr Außenwirkung, erfordert aber 25.000 € Startkapital.
Welche Unternehmensform hat die geringste Haftung?
GmbH, UG und AG haften nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Privatvermögen der Gesellschafter ist geschützt. Bei Einzelunternehmen, GbR, OHG und KG-Komplementären hingegen haften die Inhaber unbeschränkt.
Was ist die günstigste Unternehmensform zur Gründung?
Einzelunternehmen und GbR sind kostenlos gründbar – kein Notar, kein Stammkapital. Die UG ist die günstigste Kapitalgesellschaft (ab 1 €), aber Notarkosten für den Gesellschaftsvertrag fallen an.
Welche Unternehmensform ist für Freelancer am besten?
Freiberufler (Ärzte, Anwälte, IT-Berater u.a.) können direkt als Einzelunternehmer starten – ohne Gewerbesteuer. Für Haftungsschutz eignet sich die UG oder GmbH auch für "Freelancer-GmbHs".
Muss ich bei jeder Unternehmensform ein Rechnungsprogramm nutzen?
Gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber GoBD-konforme Aufzeichnungen sind Pflicht. Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) müssen doppelte Buchführung betreiben. Meine Faktura Cloud unterstützt alle Rechtsformen mit korrekten Pflichtangaben, E-Rechnung (ZUGFeRD) und DATEV-Export.

Die richtige Software für jede Rechtsform

Ob Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH – Meine Faktura Cloud erstellt rechtssichere Rechnungen mit allen Pflichtangaben, E-Rechnung (ZUGFeRD) und DATEV-Export. 6 Monate kostenlos testen.